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Paul Klee als Musiker Paul Klees musikalisches Talent liegt im Elternhaus begründet: Sein Vater Hans Klee arbeitete als Musiklehrer am Staatlichen Lehrerseminar Hofwil bei Bern, seine Mutter Ida Marie Klee-Frick war Sängerin. Bereits als Gymnasiast wirkte Paul Klee als Geiger in der Bernischen Musikgesellschaft mit.
Noch während seiner Schulzeit reifte in ihm der Entschluss, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Lange Zeit beschäftigte ihn jedoch die Frage, ob er Maler oder Musiker werden sollte. Obwohl er sich schliesslich für die Kunst entschied und in München ein Studium bei Heinrich Knirr und Franz von Stuck absolvierte, verdiente er seinen Lebensunterhalt noch bis 1906 als Geiger in der Bernischen Musikgesellschaft. 1899 lernte er in München die Pianistin Lily Stumpf kennen. Sie wurde 1906 seine Frau.
Zu seinem musikalischen Schlüsselerlebnis wurde die Berner Aufführung von Offenbachs Les Contes d’Hoffmann, im neu erbauten Stadttheater. In der Mischung von Ernst und Heiterkeit, Märchen und Satire, irdischem und sphärischem Geist des Offenbachschen Werks erkannte Klee eine künstlerische Wesensverwandtschaft.
Paul Klees grosse Leidenschaft galt der Oper; er war Stammgast im Opernhaus und ausgezeichneter Kenner des gesamten klassischen und romantischen Opernrepertoires. In seinen Tagebucheinträgen und Briefen kommentierte Klee oft begeistert, nicht selten aber auch kritisch bis sarkastisch die Qualität der Aufführungen.
Die Entwicklung der modernen Musik verfolgte Klee aufmerksam, aber distanziert. Er kannte Béla Bartók, Paul Hindemith und Arnold Schönberg persönlich, spielte deren Werke aber nie. Sein Verhältnis zur Zwölftonmusik war und blieb kritisch. Sie erschien ihm als zu konstruiert, als zu rational und zu wenig musisch. Die musikalische Abstraktion war nach Klees Überzeugung in der Musik Bachs und Mozart in idealer Weise umgesetzt und bedurfte keiner Weiterentwicklung.
Musikalische Aspekte in Klees Kunst Im künstlerischen Werk von Paul Klee finden sich zahlreiche Referenzen an die Musik. So weisen bereits diverse Titel seiner Arbeiten einen direkten Bezug zur Musik auf, etwa alter Geiger, 1939, 310 (W 10); Sängerin der komischen Oper, 1927, 10; Pastorale (Rhythmen), 1927, 20 (K 10); Im Bachschen Stil, 1919, 196.
Musikalität war eines der entscheidenden formgestalterischen Kriterien in seinem Gesamtwerk, seinem künstlerischen Denken sowie seinen pädagogischen und theoretischen Schriften. Er hat die ursprünglich rein musikalischen Begriffe „Polyphonie“ und „Rhythmus“ auf die Bildende Kunst übertragen.
Ihren Höhepunkt fand Klees Auseinandersetzung mit der Musik in der bildlichen Umsetzung polyphoner, das heisst mehrstimmiger musikalischer Kompositionsverfahren. Durch Überlagerung und Durchdringung unterschiedlicher Farbflächen entstanden übergeordnete, „mehrstimmige“ Bildgefüge, die als (Bild-)Partituren durchaus frei interpretierbar sind. Zu nennen sind hier etwa die Werke Fuge in rot, 1921, 69; Landschaft in A dur, 1939, 91 (K 11) und Polyphon gefasstes Weiss, 1930, 140 (X 10).
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